EKfG-Fachgespräch 4. Dez. 2018 | 16:00-18:30 Uhr

Essener Kolleg für Geschlechterforschung (EKfG), Gebäude R12, Raum R12 S06 H01 Universität Duisburg-Essen, Universitätsstr. 12, 45141 Essen

Erzählte Leben: Biographie und Gender

hm Cologne

Die (Un)Sichtbarkeit von Frauenbiographien in Literatur und Medien ist das Thema des EKfG-Fachgesprächs „Erzählte Leben: Biographie und Gender“. Im Zentrum steht dabei ein interdisziplinärer Dialog zwischen Forschung und Kunst. Ausgangspunkt ist „Helga Müller – Ein Fragment“ (2016), das Video-Projekt der Essener Multimedia-Künstlerin Sabine Bürger, in dem diese ein Porträt der Stuttgarter Galeristin und Mariposa-Gründerin Helga Müller zeichnet. Sabine Bürger stellt Ausschnitte aus ihrem Video vor und kommentiert ihre Arbeit.

Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Dr. Michaela Schrage-Früh (Galway/Mainz) ist Expertin für Frauen- und Genderforschung. In ihrem Vortrag "Gegen die Unsichtbarkeit: Weibliches Altern und autobiographisches Erzählen" beschäftigt sie sich mit Formen und Strategien des autobiographischen Erzählens im Spiegel des Älterwerdens von Frauen. Unter Einbeziehung relevanter kulturgerontologischer und autoethnographischer Ansätze zeigt sie auf, wie die oft marginalisierte Perspektive älterer Frauen im autobiographischen Erzählen in den Vordergrund tritt und ihrer kulturellen Unsichtbarkeit sowie dem "Doppelstandard des Alterns" (Susan Sontag) entgegenwirkt.


Programm

16:00h

Begrüßung

Dr. Maren A. Jochimsen (EKfG)

 

“Anonymous was a Woman“: (Un)Sichtbarkeit weiblicher Biographien – Eine Einführung

Prof. Dr. Patricia Plummer (Institut für Anglophone Studien):

 

16:15-16:45h

Gegen die Unsichtbarkeit: Weibliches Altern und autobiographisches Erzählen

Dr. Michaela Schrage-Früh (National University of Ireland, Galway)

 

16:45-17:45h

Porträt Helga Müller

Sabine Bürger (Essen)

 

18:00-18:30h

Diskussion


Kurzbiografien

Prof. Dr. Patricia Plummer, Studium der Fächer Anglistik, Ägyptologie und Klassische Archäologie in Mainz, seit 2011 Professorin für Postcolonial Studies am Institut für Anglophone Studien der Universität Duisburg-Essen. Sie ist Mitglied des Essener Kollegs für Geschlechterforschung und dort Sprecherin des Clusters „Wahrnehmung, Repräsentation, Sichtbarkeit“; seit 2014 außerdem Mitglied im wiss. Beirat des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung in NRW.

https://www.uni-due.de/anglistik/postcolonial_studies/

 

Sabine Bürger studierte Bildende Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin von Professor Günther Uecker. Seit 2007 beschäftigt sie sich mit dem Medium Video und erforscht die Schnittstelle zwischen Visuellem und Sound. Helga Müller, ein Fragment (2016), ihr Video-Textporträt der Stuttgarter Galeristin, Kunstsammlerin und Mariposa-Gründerin war u.a. zu Gast in der Ausstellung Köln auf dem Weg zur Kunstmetropole. Zwischen Protest und Progressivität in den 60er und 70er Jahren, Universität zu Köln (2017).

Zu ihren aktuellen Arbeiten zählen Neander’s Hollow, ihre audiovisuelle Kollaboration mit dem niederländischen Musiker Anne Chris Bakker, die derzeit im Stadtmuseum Düsseldorf zu sehen ist (bis 18. Dez. 2018) und Synthetic Springs, mit der mexikanischen Komponistin Rosalía Soria Luz, uraufgeführt auf dem klingt gut! Symposium on Sound in Hamburg (2018). Great Expectations (2013), ihr Videoporträt des Wisbech & Fenland Museum, wurde u.a. an der Universität Duisburg-Essen aufgeführt (2014) sowie zuletzt im Rahmen der Londoner Konferenz Art, Materiality and Representation (2018).

http://www.sabine-buerger.de

 

Dr. Michaela Schrage-Früh studierte Anglistik und Germanistik in Mainz und Galway. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an School of Languages, Literatures and Cultures der National University of Ireland, Galway sowie am Department of English and Linguistics der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu ihren Spezialgebieten zählen irische Gegenwartsautorinnen, Traumforschung sowie Gender, Altern und Lifewriting. Von 2015-18 war sie Mitglied des DFG-Netzwerks „Das nächtliche Selbst“.

Zahlreiche Publikationen, darunter die Monographien Emerging Identities: Myth, Nation and Gender in the Poetry of Eavan Boland, Nuala Ní Dhomhnaill and Medbh McGuckian (2004) und Philosophy, Dreaming and the Literary Imagination (2016). Dr. Schrage-Früh ist außerdem Herausgeberin von (u.a.): Ageing Women in Literature and Visual Culture: Reflections, Refractions, Reimagining (2017, mit Cathy McGlynn und Margaret O’Neill), "Women and Ageing in Irish Writing, Drama and Film" (Sonderband, Nordic Irish Studies 2018; mit Margaret O’Neill) und "Women and Ageing: Private Meanings, Social Lives" (Sonderband, Life Writing im Druck; mit Margaret O’Neill). 

http://www.nuigalway.ie/our-research/people/languages-literatures-and-cultures/michaelaschrage-frueh/ 


Weitere Links:

Website Essener Kolleg für Geschlechterforschung >>>

Mehr über Sabine Bürgers Portrait von Helga Müller >>>

© Sabine Bürger 2015